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DFI-gerlach-REPORT vom 20.08.1999:
100 Mio. DM im Feuer?
Anwalt setzt Arrest gegen Hamburger
"General Manager" durch
Der lt. Prospektaussage 1992 von einem Team britischer Banker
und HongKong-Broker auf den British Virgin Islands gegründeten WESTMINSTER
FINANCIAL MANAGEMENT LTD. (Tortola, B.V.I.) weht ein scharfer Wind um die
Ohren. Besonders warm muß sich u. E. der deutsche Statthalter MICHAEL
KLOSE (Hamburg) anziehen. Er hat als "General Manager, Information
Office Germany" die Werbetrommel kräftig gerührt und seinerseits wiederum
in deutschen Landen "Untervertriebe" zum Einsammeln der
Beteiligungsgelder auf die Pirsch geschickt. Davon dürfte nach unserer
Einschätzung nicht mehr viel übrig sein. Jetzt sind die Anwälte gefragt.
Die KANZLEI KÄRNER & KOLLEGEN (München), die
mehrere Anleger gegen die Westminster vertritt, konnte nach eigenen Angaben
erste Arreste durchsetzen.
So ordnete das Landgericht München I, 3. Zivilkammer, am
3.8.1999 zur Sicherung der Zwangsvollstreckung wegen einer Forderung des
Arrestgläubigers in Höhe von 69.845 DM gegen die Westminster, gesetzlich
vertreten durch den General Manager Klose, auf Rückzahlung der Beteiligung als
stiller Gesellschafter sowie der auf 12.853,48 DM veranschlagten Kosten den
dringlichen Arrest in das Vermögen der Westminster an. Sollte die Westminster
die geforderte Summe nicht hinterlegen, werden Forderungen, die der Westminster
gegenüber dem Rechtsanwalt KARL JOSEF ULMEN (Wittlich) aufgrund von
Treuhandvereinbarungen zwischen ihm und der Westminster angeblich zustehen,
gepfändet.
Zur Begründung dieser Entscheidung führte das LG aus, daß der
Antragsteller glaubhaft gemacht habe, daß er durch Vortäuschung falscher
Tatsachen zu den Beteiligungen über die Antragsgegnerin Westminster veranlaßt
wurde und daß er die zugrundeliegenden Rechtsgeschäfte angefochten hat.
Wie uns der Rechtsanwalt PETER MATTIL von der o. g.
Kanzlei - die Federführung i. S. Westminster liegt in Händen seiner
Anwalts-Kollegin KATJA FOHRER- hierzu erläuterte, wurde in den seiner
Mandantschaft vorgelegten Gesellschaftsverträgen ausdrücklich behauptet, die
stillen Gesellschafter seien nur am Gewinn, nicht aber am Verlust der
Gesellschaft beteiligt. Aus der für das erste Geschäftsjahr erstellten
Abrechnung sei jedoch ersichtlich gewesen, daß die Kapitalkonten der
Gesellschafter entgegen dem Gesellschaftsvertrag doch mit Verlusten
belastet waren.
Über 100 Mio. DM konnte die Westminster Financial zumindest bis
zum 30.6.1998 lt. uns vorliegendem Halbjahresbericht (Stand: 30.6.1998)
einsammeln, wovon lt. Geschäftsbericht '97 und Halbjahresbericht '98 bis zu
diesem Zeitpunkt rund 40 Mio. DM für den Kauf von der Absicherung dienenden
Nullkupon-Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit (und ggf. zweifelhafter
Werthaltigkeit) ausgegeben wurden. Der große Rest ging für
Treuhändergebühren, Marketing- und Verwaltungskosten, Bankspesen etc. drauf
bzw. wurde in Fondsanteile und Aktien fernöstlicher Provenienz angelegt bzw.
wurde zum Teil verspekuliert, weil dort rasante Kursstürze zu verzeichnen
waren.
Fazit: Wir haben vor den stillen Beteiligungen an der
Westminster Financial Management Ltd. seit 1994 massiv gewarnt. Unsere Recherche
läuft aufgrund der zahlreichen bei uns eingegangenen Meldungen über
Auszahlungsprobleme auf Hochtouren. Mehr daher in Kürze!
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