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Börse online, Heft Nr. 18/2004, S. 10:
WABAG
Anleger gehen nun gegen Max Strauß vor
Mehrere Anwälte von geschädigten
Anlegern haben Schadensersatzklagen gegen Max Strauß angekündigt. Der Sohn des
verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß war
juristischer Berater der Anlagefirma Wabag, die Tausende geprellt hat. Er wurde
wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Geldstrafe von 300.000 Euro verurteilt.
Im Prozess schilderte der
Staatsanwalt auch die rechtlichen Schritte, die Max Strauß gegen BÖRSE ONLINE
ergriffen hatte. Wir hatten bereits 1996 vor einem Wabag-Angebot gewarnt. Als in
Ausgabe 27/1996 auf falsche Prospektangaben zum Wabag-Projekt Bio-Kraftwerk
Zittau hingewiesen wurde, forderte die Strauß-Kanzlei den Abdruck einer
Gegendarstellung. Strauß bemühte sich um den Erlass einer Einstweiligen
Verfügung. Alle Versuche, gegen die berechtigten Einwände von BÖRSE ONLINE
vorzugehen, blieben erfolglos. Nun gestand Strauß, dass er schon damals von den
Wabag-Betrügereien wusste.
Im Prozess ging es nur um drei
Wabag-Projekte: Bio-Kraftwerk Zittau, Trentec und Sachsenholz. Ursprünglich
hatte die Anklage weitere sechs Betrugsfälle umfasst. Den geschädigten
Investoren dieser Projekte hätte eine Verurteilung Klagen erleichtert.
Vor einem "trügerischen
Angebot" an Wabag-Opfer warnt der Anwalt Peter Mattil. Eine Berliner
Kanzlei biete Anlegern an, sich für einen Schadensausgleich mit mindestens 500
Euro an "Auffanggesellschaften" der Wabag-Projektgesellschaften zu
beteiligen. Er habe wegen Betrugsverdachts gegen die Verantwortlichen
Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft München gestellt, so Mattil. RD
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